Selbstbau-PC (Mittelklasse)

Auf dieser Seite wird der aktuelle Jibo’s Hardware Mittelklasse-PC vorgestellt. Die Auswahl der Komponenten wird dabei genauer begründet, damit die einzelnen Entscheidungen besser verständlich sind. Die hier vorgeschlagene Zusammenstellung ist vor allem auf ein optimales Preisleistungsverhältnis ausgerichtet. Langlebigkeit, ein geringer Stromverbrauch und eine möglichst angenehme Lautstärke spielen aber ebenfalls eine wichtige Rolle.

Mit dem Selbstbau-PC können aktuelle Spiele (z.B. The Witcher 3, GTA V, Battlefield) bei einer Auflösung von 1920×1080 (FullHD) auf sehr hohen Details gespielt werden. Klassische E-Sports-Spiele wie CS:GO und DOTA laufen auch in 2560×1440 (WQHD) und sehr hohen Details. Nur bei aktuellen Top-Spielen und WQHD muss man die Details etwas reduzieren.

Stand: 17.11.2017

Bereich Komponente Name Preis
Hauptkomponenten CPU Intel Core i3-8100, 4x 3,60GHz, boxed 113 €
CPU-Kühler EKL Alpenföhn Ben Nevis 22 €
Mainboard MSI Z-370-A Pro 103 €
Grafikkarte Palit GTX 1060 6GB 266 €
RAM Crucial 8 GB DDR4-2400 90 €
Aufbau/Versorgung Gehäuse Nanoxia Deep Silence 3 69 €
Netzteil be quiet! Pure Power 10 400W 47 €
Laufwerke SSD SanDisk Ultra II 240GB 86 €
HDD Seagate BarraCuda 2TB 58 €
opt. Laufwerk LG Electronics GH24NS 10 €
Summe     870 

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CPU: Die Entscheidung für den richtigen Prozessor wird oft überschätzt, stellt doch die Grafikkarte aktuell bei fast allen Spielen den Flaschenhals dar. Nichtsdestotrotz ist die CPU die zweitwichtigste Komponente im System und macht einen großen Teil der Leistungsaufnahme eines Systems aus. In der Mittelklasse gibt es mit Intel Core i3 und AMD Ryzen 5 mittlerweile eine große Auswahl an attraktiven Spiele-CPUs (Vergleich). Das beste Preisleistungsverhältnis gibt es primär bei den 4-Kern-CPUs Core i3 8100 und Ryzen 5 1500X. Die Intel-CPU überzeugt vor allem durch Effizienz, während AMD mit der besseren Leistung in Anwendungen aufgrund der vier zusätzlichen virtuellen Kernen (4+4) punktet. Bei Spielen liegt Intel vorne, der AMD liegt jedoch nicht weit zurück und kann noch übertaktet werden. In der Summe gewinnt aktuell der i3 8100, weil er schon bei Standardtakt die bessere Spieleleistung bietet und ein gutes Stück günstiger ist.

CPU-Kühler: Der Boxed-Kühler von Intel kann in einem gut belüfteten Gehäuse durchaus überzeugen. Unter Volllast kommt er jedoch an seine Grenzen, was sich in einer wahrnehmbaren Lautstärke äußert. Um auch bei höheren Belastungen den Geräuschpegel gering zu halten, empfiehlt sich ein einfacher Tower-Kühler als Zusatzkauf. Der EKL Alpenföhn Ben Nevis ist dabei unsere erste Wahl, da er bei einem sehr guten Preis ebenso eine gute Kühlleistung bietet (Test 1, 2). Der Kühler hat einen leisen 120-mm-Lüfter, ist leicht zu installieren und kann sowohl für Intel- als auch für AMD-CPUs genutzt werden. Dadurch kann der Kühler auch weiterverwendet werden, wenn das System später umgerüstet wird.

Mainboard: Im Gegensatz zu vielen anderen Komponenten ist die Wahl des richtigen Mainboards für Gamer vergleichsweise einfach. Wichtig sind nicht etwa eine Unmenge an Zusatz-Features und riesige Kühlkörper, sondern Stabilität, Leistung und vor allem ein guter Preis. Auch der Overclocking-Bedarf (bei Verwendung einer Intel-CPU) hält sich stark in Grenzen. Man kann für ein Mainboard gut und gerne 250 € bezahlen, jedoch geht der daraus erhaltene Mehrwert für einen Gamer meist gegen Null. Das hier empfohlene MSI Z-370-A Pro ist ein grundsolides Mainboard für jeden Spieler. Es bietet alle wichtigen Features, hat ein aufgeräumtes und durchdachtes Layout, ausreichend SATA3-Anschlüsse, 7.1 Onboard-Sound, einen M.2-Port und genügend in- und externe USB 3.0-Anschlüsse. Grundsätzlich kann beim Mainboard ab Anfang 2018 noch etwas gespart werden, denn ab dann erscheinen die neuen und günstigeren Chipsätze für die Coffee Lake CPUs von Intel.

Grafikkarte: In der Mittelklasse bzw. Oberen-Mittelklasse gibt es aktuell drei interessante Grafikkarten für Spieler: AMDs RX 570 4GB und RX 580 8GB sowie NVIDIAs GTX 1060 6GB (Test). Die Varianten mit weniger VRAM sind nicht zu empfehlen (z.B. RX 580 4GB, GTX 1060 3GB), da hier bereits der Speicher die GPU ausbremst. Die RX 570 gibt es hingegen auch mit 8 GB VRAM, jedoch ist hier der Aufpreis so hoch, dass man gleich zur RX 580 mit 8 GB greifen kann.

Alle drei Karten bieten viel Leistung für’s Geld, die RX 570 liegt dabei knapp 15% hinter RX 580 und GTX 1060. Die RX 580 unterscheidet sich vor allem durch den größeren VRAM von der GTX 1060, während Letztere deutlich effizienter arbeitet. Da die GTX 1060 im Moment auch etwas günstiger ist, kann man sie bedenkenlos empfehlen. Für Spieler mit kleinem Budget stellt die RX 570 eine gute Alternative dar.

RAM: Die Auswahl des richtigen Arbeitsspeichers wird durch die äußeren Bedingungen stark vereinfacht. Das vorgeschlagene Mainboard unterstützt nur DDR4, dementsprechend kommt dieser zum Einsatz. Bei der Menge gibt es das beste Preisleistungsverhältnis aktuell bei 8 GB. 16 GB bringen momentan nur in einer handvoll Spielen Vorteile, weswegen sich der Aufpreis im Normalfall nicht lohnt. Bei der Taktrate gibt es weder bei Preis noch Leistung große Unterschiede, 2400 MHz ist eine gute Wahl, da diese Geschwindigkeit vom Mainboard unterstützt wird. Ein beliebiges Kit von einem Markenhersteller (Crucial, Mushkin, G.Skill etc.) erfüllt damit alle unsere Anforderungen. Ein Kühlkörper ist dabei nicht zwangsläufig nötig, da DDR4-RAM nur sehr wenig Abwärme erzeugt.

Gehäuse: Aktueller Favorit unter den ATX-Gehäusen für den Mittelklasse-PC ist das schallgedämmte Nanoxia Deep Silence 3. Das Deep Silence 3 bietet drei vorinstallierte Lüfter, eine 2-Kanal-Lüftersteuerung, Staubfilter an allen wichtigen Lufteingängen und ausreichend Platz für knapp 70 €. Das Preisleistungsverhältnis ist für ein schallgedämmtes Gehäuse auffallend gut.

Wer eine Alternative zum Deep Silence 3 sucht, findet diese vor allem im Cooltek Antiphon Airflow. Weitere gute und schallgedämmte Gehäuse gibt es erst in höheren Preislagen.

Netzteil: Bei der Auswahl des Netzteils ist die Wahl der Leistungsklasse ein entscheidender Punkt. Für einen Gaming-PC mit einer aktuellen Mittelklasse-Grafikkarte reicht ein 400-W-Netzteil vollkommen aus („So viel Leistung muss es sein„). Ein überdimensioniertes Netzteil ist in vielerlei Hinsicht schädlich: einerseits ist es teurer, andererseits arbeitet es auch ineffizienter, da es nicht im optimalen Lastbereich agiert. Die meisten Netzteile arbeiten am besten bei 80% Auslastung. Aus diesem Grund kauft man im Normalfall ein Netzteil, welches dem maximalen Verbrauch des PCs standhält, dabei aber keine übergroßen Reserven besitzt. Reserven „für die Zukunft“ muss man beim Netzteilkauf im Normalfall auch nicht einplanen, da seit Längerem sowohl CPUs als auch GPUs immer stromsparender werden.

Das hier vorgeschlagene be quiet! Pure Power 10 400W bietet ein Effizienz-Zertifikat 80 Plus Silber und eine tadellose Ausstattung. Selbst ein modulares Kabelmanagement ist vorhanden. Die Lautstärke ist im Grunde unhörbar und somit erhält man für unter 60 € ein nahezu perfektes Netzteil (Test)! Alternativen finden sich zum Beispiel in Form des Cougar GX-S450 oder des BitFenix Whisper M 450W.

SSD: Preislich ist eine 240 – 256 GB SSD in unserem Mittelklasse-PC eine vernünftige Wahl. Damit steht genug Platz zur Verfügung um das Betriebssystem, wichtige Programme und einige Spiele auf dem schnellen und lautlosen Laufwerk zu installieren. In dem genannten Größenbereich gibt es vor allem von Crucial, Samsung und SanDisk eine Vielzahl an attraktiven SSDs. Eine Empfehlung wäre dabei die SanDisk Ultra II 240 GB, welche vor allem beim Preis punktet. Leistungstechnisch unterscheiden sich die SSDs im Einsteigerbereich kaum.

HDD: Die Festplatte ist nicht unbedingt die spannendste Komponente in einem System, aber wenn nur eine 240 – 256 GB SSD verbaut wird, ist eine HDD für das Speichern von Daten unabdingbar. Als sehr guter Kompromiss aus Preis und Leistung hat sich die Seagate BarraCuda HDD 2TB herausgestellt. Falls man nach Alternativen sucht, findet man eine hilfreiche Bestenliste zum Thema bei Chip.

Optisches Laufwerk: Ob man ein optisches Laufwerk kauft oder nicht, ist mittlerweile zur Geschmackssache geworden. Meist wird dieses Laufwerk nur zum Installieren das Betriebssystems genutzt und verstaubt danach kläglich. Durch die Möglichkeit das Betriebssystem via USB-Stick aufzuspielen, sehen viele das optische Laufwerk als komplett sinnfrei an. Jedoch sind auch noch genug optische Datenträger im Umlauf und vielen geht das Installieren mittels DVD leichter von der Hand. Aus diesem Grund und weil es einfach sehr günstig ist, wird im Mittelklasse-PC immer noch ein DVD-Laufwerk verbaut. Die Empfehlung bekommt dabei das LG Electronics GH24NS. Die Konkurrenzprodukte stehen diesem jedoch in fast nichts nach.

Zubehör: Der Einkaufsliste wurde noch ein SATA-Kabel hinzugefügt, da dem Mainboard im Normalfall nur zwei Kabel beiliegen, jedoch drei Laufwerke (DVD, HDD, SSD) anzuschließen sind.

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77 Gedanken zu “Selbstbau-PC (Mittelklasse)

  1. „Die Entscheidung für den richtigen Prozessor wird oft überschätzt, stellt doch die Grafikkarte aktuell bei fast allen Spielen den Flaschenhals dar.“

    Absolut richtig! So oft wollen die Leute nen dicken Prozessor, unter nem i7 geht immer nichts. In meinem System habe ich derzeit einen 6600k und eine GTX 1080.

    Ich habe genau ein Spiel bei dem der Prozessor bremst. Cities Skylines mit über 200 Mods läuft irgendwann nicht mehr mit über 30 FPS. Ob ich es nun nur in FullHD spiele oder in 4K macht keinen Unterschied.

    Lieber mehr in die GraKa investieren und genügend Ram verbauen!

    • Ich hab noch einen Phenom II 1090t und eine gtx1070. Kann fast alle Spiele auf hd + höchste Einstellungen + 4x mrsa auf 60 fps spielen. Aber teilweise ist die CPUkurz vorm Limit.
      Nur gta 5 mit redux mod geht manchmal auf 35 runter. Ohne Autos und Personen 60 fps.
      Aber trotzdem, ende des Jahres hol ich mir was schnelleres.

  2. Einsteiger – Mittelklasse – Highend?
    Bei mir läuft es wohl größtenteils auf letzteres hinaus. Aber vor allem, weil ich an höheren Auflösungen (4k?) interessiert bin.

    Und eigentlich schreibe ich hier, weil ich nicht weiß, was ich bei Bildschirmen sinnvoll ist. Besonders bei den Paneltechnologien hört man ja immer mal unterschiedliches. Was hältst du z.B. von TN?

    Ich formuliere nochmal neu :D : Ich bin auf der suche nach einem 4k Monitor für produktives (Word, Excel, Visio & co), aber auch zum zocken. Kannst du da auch etwas empfehlen? Oder ist das nicht dein metier?

    • Hallo Sanumai,

      also TN-Panel sind gut für Spieler bzw. schnelle Spiele, da man hier auch gute Monitore mit 144Hz+ findet und die Reaktionszeiten besser sind. IPS-Panel hingegen sind wegen guter Farben/Kontrast besser für Bildbearbeitung, Filme etc., können aber auch bei weniger schnellen Spielen überzeugen. Einen 4K Monitor kann ich dir spontan nicht empfehlen, was auch schwierig ist, da der Monitorkauf sehr subjektiv ist. Vor allem welche Größe der Monitor haben soll (4K gibt es z.B. von 23″ bis 43″), ist komplett von eigenen Gewohnheiten und dem vorhandenen Platz abhängig. Weitere Infos findest z.B. unter prad.de

      Viele Grüße, Jibo

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