Selbstbau-PC (Mittelklasse)

Auf dieser Seite wird der aktuelle Jibo’s Hardware Mittelklasse-PC vorgestellt. Die Auswahl der Komponenten wird dabei genauer begründet, damit die einzelnen Entscheidungen besser verständlich sind. Die hier vorgeschlagene Zusammenstellung ist vor allem auf ein optimales Preisleistungsverhältnis ausgerichtet. Langlebigkeit, ein geringer Stromverbrauch und eine möglichst angenehme Lautstärke spielen aber ebenfalls eine wichtige Rolle.

Mit dem Selbstbau-PC können aktuelle Spiele (z.B. The Witcher 3, GTA V, Battlefield) bei einer Auflösung von 1920×1080 (FullHD) auf sehr hohen Details gespielt werden. Klassische E-Sports-Spiele wie CS:GO und DOTA laufen auch in 2560×1440 (WQHD) und sehr hohen Details. Nur bei aktuellen Top-Spielen und WQHD muss man die Details etwas reduzieren..

Stand: 26.03.2017

Bereich Komponente Name Preis
Hauptkomponenten CPU Intel Core i5-7500, 4x 3,40GHz, boxed 194 €
CPU-Kühler Cooler Master Hyper TX3i 20 €
Mainboard Gigabyte GA-B250-HD3P 92 €
Grafikkarte Gigabyte RX 480 G1 Gaming 8GB 224 €
RAM G.Skill 8GB DDR4-2400 65 €
Aufbau/Versorgung Gehäuse Nanoxia Deep Silence 3 69 €
Netzteil be quiet! Pure Power 10 400W 53 €
Laufwerke SSD SanDisk Ultra II 240GB 89 €
HDD Seagate Desktop HDD 1TB 48 €
opt. Laufwerk LG Electronics GH24NS 12 €
~ Summe     870 

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CPU: Die Entscheidung für den richtigen Prozessor wird oft überschätzt, stellt doch die Grafikkarte aktuell bei fast allen Spielen den Flaschenhals dar. Nichtsdestotrotz ist die CPU wohl die zweitwichtigste Komponente im System und macht einen großen Teil der Leistungsaufnahme eines Systems aus. Die Entscheidung zwischen AMD und Intel ist leider recht leicht getan, da AMDs neue Ryzen CPUs zumindest in Spielen nicht an Intel vorbeiziehen. Wenn man dann von Intel eine CPU kaufen will, erhält man das beste Preisleistungsverhältnis bei den i5 CPUs. Der Unterschied zwischen den Desktop i5 ist vergleichsweise gering. Empfehlenswert ist aktuell der i5 7500. Er taktet deutlich höher als der 7400, ist aber noch ein Stück billiger als der 7600. Mit 4-Kernen und einem Basistakt von 3,4 GHz bietet er selbst für zukünftige Spiele ausreichend Leistung und verbraucht dabei auch äußerst wenig Strom. Übertakten kann man den Intel Core i5 leider nicht, dieses Feature wurde ausschließlich auf die K-Serie beschränkt. Weiter tragisch ist das jedoch nicht, da der Leistungsgewinn durch Übertakten bei aktuellen Intel-CPUs überschaubar ist.

Achtung: Aufgrund der generell hohen Preislage bei Intel i5 CPUs kann alternativ auch ein gebrauchter/neuer Intel i5 der Vorgängerreihen mit passendem Mainboard gekauft werden. Dadurch hat man zwar meist weniger Anschlüsse zur Verfügung (z.B. USB, SATA), spart aber eine Menge Geld und verliert kaum an Leistung. Besonders Sandybridge-CPUs und Mainboards gibt es günstig zu kaufen.

CPU-Kühler: Der Boxed-Kühler von Intel kann in einem gut belüfteten Gehäuse durchaus überzeugen. Unter Volllast kommt er jedoch an seine Grenze, was sich in einer wahrnehmbaren Lautstärke äußert. Um auch bei höheren Belastungen den Geräuschpegel gering zu halten, empfiehlt sich ein einfacher Tower-Kühler als Zusatzkauf. Der Cooler Master Hyper TX3i ist dabei eine gute Wahl, da er bei einem sehr guten Preis ebenso eine gute Kühlleistung bietet. Es gibt zwar noch durchaus bessere Kühler, jedoch sind diese für eine CPU ohne Übertaktung völlig überdimensioniert. Des Weiteren geht der Einbau des Hyper TX3i sehr einfach von der Hand, was ihn von vielen anderen Modellen unterscheidet.

Mainboard: Im Gegensatz zu vielen anderen Komponenten ist die Wahl des richtigen Mainboards für Gamer vergleichsweise einfach. Wichtig sind nicht etwa eine Unmenge an Zusatz-Features und riesige Kühlkörper, sondern Stabilität, Leistung und vor allem ein guter Preis. Auch der Overclocking-Bedarf (bei Verwendung einer Intel-CPU) hält sich stark in Grenzen. Man kann für ein Mainboard gut und gerne 250 € bezahlen, jedoch geht der daraus erhaltene Mehrwert für einen Gamer meist gegen Null. Das hier empfohlene Gigabyte GA-B250-HD3P ist ein grundsolides Mainboard für jeden Spieler. Es bietet alle wichtigen Features, hat ein aufgeräumtes und durchdachtes Layout, ausreichend SATA3-Anschlüsse, 7.1 Onboard-Sound, einen M.2-Port und genügend in- und externe USB 3.0-Anschlüsse. Auch zwei USB 3.1-Anschlüsse sind vorhanden, was es von vielen Konkurrenten in der gleichen Preisklasse unterscheidet.

Grafikkarte: In der Mittelklasse bzw. Oberen-Mittelklasse gibt es aktuell drei interessante Grafikkarten für Spieler: AMDs RX 470 4GB und RX 480 8GB sowie NVIDIAs GTX 1060 6GB. Die Varianten mit weniger VRAM sind nicht zu empfehlen (z.B. RX 480 4GB, GTX 1060 3GB), da hier bereits der Speicher die GPU ausbremst. Die RX 470 gibt es hingegen auch mit 8GB VRAM, jedoch ist hier der Aufpreis so hoch, dass man gleich zur RX 480 mit 8GB greifen kann.

Alle drei Karten bieten viel Leistung für’s Geld, die RX 470 liegt dabei knapp 15% hinter der RX 480 und 20% hinter der GTX 1060 (Vergleich). Die RX 480 ist mittlerweile im Preis soweit gesunken, dass sie preisleistungstechnisch nicht zu schlagen ist. Mit ihren 8 GB VRAM ist sie die aktuelle Empfehlung und auch gut für die Zukunft zu gebrauchen.

RAM: Die Auswahl des richtigen Arbeitsspeichers wird durch die äußeren Bedingungen stark vereinfacht. Das vorgeschlagene Mainboard unterstützt nur DDR4, dementsprechend kommt dieser zum Einsatz. Bei der Menge gibt es das beste Preisleistungsverhältnis aktuell bei 8 GB. 16 GB bringen momentan nur in einer handvoll Spielen Vorteile, weswegen sich der Aufpreis im Normalfall nicht lohnt. Bei der Taktrate gibt es weder bei Preis noch Leistung große Unterschiede, 2400 MHz ist eine gute Wahl, da diese Geschwindigkeit vom Mainboard unterstützt wird. Ein beliebiges Kit von einem Markenhersteller (Crucial, Mushkin, G.Skill etc.) erfüllt damit alle unsere Anforderungen. Ein Kühlkörper ist dabei nicht zwangsläufig nötig, da DDR4-RAM nur sehr wenig Abwärme erzeugt.

Gehäuse: Aktueller Favorit unter den ATX-Gehäusen für den Mittelklasse-PC ist das schallgedämmte Nanoxia Deep Silence 3. Das Deep Silence 3 bietet drei vorinstallierte Lüfter, eine 2-Kanal-Lüftersteuerung, Staubfilter an allen wichtigen Lufteingängen und ausreichend Platz für knapp 70 €. Das Preisleistungsverhältnis ist für ein schallgedämmtes Gehäuse auffallend gut.

Wer eine Alternative zum Deep Silence 3 sucht, findet diese vor allem im Cooltek Antiphon Airflow. Weitere gute und schallgedämmte Gehäuse gibt es erst in höheren Preislagen.

Netzteil: Bei der Auswahl des Netzteils ist die Wahl der Leistungsklasse ein entscheidender Punkt. Für einen Gaming-PC mit einer aktuellen Mittelklasse-Grafikkarte reicht ein 400-W-Netzteil vollkommen aus („So viel Leistung muss es sein„). Ein überdimensioniertes Netzteil ist in vielerlei Hinsicht schädlich: einerseits ist es teurer, andererseits arbeitet es auch ineffizienter, da es nicht im optimalen Lastbereich agiert. Die meisten Netzteile arbeiten am besten bei 80% Auslastung. Aus diesem Grund kauft man im Normalfall ein Netzteil, welches dem maximalen Verbrauch des PCs standhält, dabei aber keine übergroßen Reserven besitzt. Reserven „für die Zukunft“ muss man beim Netzteilkauf im Normalfall auch nicht einplanen, da seit Längerem sowohl CPUs als auch GPUs immer stromsparender werden.

Das hier vorgeschlagene be quiet! Pure Power 10 400W bietet ein Effizienz-Zertifikat 80 Plus Silber und eine tadellose Ausstattung. Selbst ein modulares Kabelmanagement ist vorhanden. Die Lautstärke ist im Grunde unhörbar und somit erhält man für unter 60 € ein nahezu perfektes Netzteil (Test)! Alternativen finden sich zum Beispiel in Form des Cougar GX-S450 oder des BitFenix Whisper M 450W.

SSD: Preislich ist eine 250 GB SSD in unserem Mittelklasse-PC eine vernünftige Wahl. Damit steht genug Platz zur Verfügung um das Betriebssystem, wichtige Programme und einige Spiele auf dem schnellen und lautlosen Laufwerk zu installieren. In dem genannten Größenbereich gibt es vor allem von Crucial, Samsung und SanDisk eine Vielzahl an attraktiven SSDs. Eine Empfehlung wäre dabei die SanDisk Ultra II 240 GB, welche vor allem beim Preis punktet. Leistungstechnisch unterscheiden sich die SSDs im Einsteigerbereich kaum.

HDD: Die Festplatte ist nicht unbedingt die spannendste Komponente in einem System, aber wenn nur eine 250 GB SSD verbaut wird, ist eine HDD für das Speichern von Daten unabdingbar. Als guter Kompromiss aus Preis und Leistung hat sich die Seagate Desktop HDD 1TB herausgestellt, die selbst nach einigen Jahren auf dem Markt immer noch eine performante Lösung darstellt. Falls man nach Alternativen sucht, findet man hilfreiche Bestenlisten zum Thema u.a. bei Chip.

Optisches Laufwerk: Ob man ein optisches Laufwerk kauft oder nicht, ist mittlerweile zur Geschmackssache geworden. Meist wird dieses Laufwerk nur zum Installieren das Betriebssystems genutzt und verstaubt danach kläglich. Durch die Möglichkeit das Betriebssystem via USB-Stick aufzuspielen, sehen viele das optische Laufwerk als komplett sinnfrei an. Jedoch sind auch noch genug optische Datenträger im Umlauf und vielen geht das Installieren mittels DVD leichter von der Hand. Aus diesem Grund und weil es einfach sehr günstig ist, wird im Mittelklasse-PC immer noch ein DVD-Laufwerk verbaut. Die Empfehlung bekommt dabei das LG Electronics GH24NS. Die Konkurrenzprodukte stehen diesem jedoch in fast nichts nach.

Zubehör: Der Einkaufsliste wurde noch ein SATA-Kabel hinzugefügt, da dem Mainboard im Normalfall nur zwei Kabel beiliegen, jedoch drei Laufwerke (DVD, HDD, SSD) anzuschließen sind.

73 Gedanken zu “Selbstbau-PC (Mittelklasse)

  1. hihi … Familienmitglied, genau :-)

    megaherzlichen Dank für die schnelle, ausführliche (und absolut in meinem Sinne ausfallende) Antwort. Damit kann ich was anfangen und es wird kaum Müll produziert. Freut mich sehr.

    Er hat vermutlich auch mehr davon, wenn das Geld in die GraKa fließen kann.
    Wie ist das mit Lüftung – reicht die Standardgehäuselüftung plus dem Lüfter, den die Karte mitbringt? oder lieber noch mal schauen, ob man die Gehäuselüftung optimieren kann? Kenn mich nicht so aus – aber was viel Strom schluckt, macht meist auch einen auf Heizung.

    [via Mail beantwortet]

  2. au man, jibo, für dich mach ich sogar meinen Addblocker aus – und dann hast du nicht mal Werbung :-o

    Nachdem das ganze Haus voll steht mit deinen Empfehlungen von vor 3-4 Jahren, ergänzt um gelegentliche Einzelkomponenten „von dazwischen“, lande ich mal wieder mit dem Geburtstagswunsch vom Sohnemann hier „schnellerer Rechner, neu wäre natürlich auch toll“, wobei ich nicht weiß, ob die Kiste wirklich groß hängt. Das Gaming Gebrüll aus dem Zimmer klingt jedenfalls nicht so. Ich fände „so günstig wie möglich unter Weiterverwendung möglichst vieler Komponenten“ und bezahlbar toll.

    Magst du vielleicht ein Statement abgeben, wie viel erlebbare Geschwindigkeit die aktuelle Konfig im Gegensatz zu nachstehender hat? Und ob man davon noch irgendwas weiter verwenden kann und der Tausch von Einzelkomponenten noch Sinn macht?
    ohje, ich hoffe, das macht nicht so viel Arbeit.

    Sohnemann hat:
    Intel i5-4570 (4×3.20GHz) auf dem AsRock H87 Pro4
    2x8GB RAM (finde die Bezeichnung nicht, sagt 1600MHz 9-9-9-24 1,5V was aus?)
    GraKa Asus GTX 750 TI OC

    SSD steht auf jeden Fall auf der Einkaufsliste, denn die hatte sich irgendwann verabschiedet und wurde nie ersetzt. Gehäuse, PSU, HDD, Laufwerk wird auf jeden Fall behalten.
    Je mehr bei den anderen Komponenten gespart werden kann, desto mehr würde ich in die GraKa stecken können.

    Nicht dass Muttern weiß, was Kindchen so treibt, aber von lol weiß ich und der andere Sohn hat GTA gepetzt. Ich nehme an, das aktuelle .. und ich dachte, das wär ab 18 … tzzz … so so. Ansonsten sowas wie Assasins Creed-Reihe, Dragon Age … das ist aber glaub ich eher weniger fordernd, oder? kp

    Hoffe sehr auf eine Antwort – und DANKE, dass du all die Jahre weiter gemacht hast – für unsere Familie bist du der „PC-Onkel“ :-D. Und deine Kistchen laufen und laufen und funktionieren super gut für das kleine Geld.

    • Hallo Hiko,

      freut mich, dass ich schon den Status eines Familienmitgliedes habe und danke für das ausführliche positive Feedback :).

      Was den PC angeht, reicht vermutlich ein Aufrüsten der Grafikkarte vollkommen aus. Sowohl RAM als auch Prozessor sind immer noch völlig ausreichend, da hat sich in der Entwicklung der letzten Jahre nicht viel getan. Man würde auch keinen Geschwindigkeitsunterscheid zum aktuell empfohlenen i5 7500 spüren, da macht der Prozessor einfach zu wenig aus. Die einzige andere Komponente die noch vielleicht erneuert werden müsste, ist das Netzteil. Das sollte nämlich der neuen Grafikkarte standhalten können (z.B. ein be quiet! Pure Power 10 mit 500W).
      Wie gesagt, grundsätzlich ist aber die Grafikkarte der Flaschenhals in dem genannten System. Welche neue da jetzt reinkommt, hängt ganz davon ab, wieviel Geld ihr investieren wollt. Eine AMD RX470 würde ca. 185€ kosten (z.B. MSI Radeon RX 470 Armor 4G OC) und würde schon eine ganz gute Steigerung mit sich bringen. Nächste Stufe wäre dann die RX480 mit ca. 225€ (z.B Gigabyte Radeon RX 480 G1 Gaming 8G) oder ganz oben angesiedelt: eine NVIDIA GTX1070 für ca. 410€ (z.B. MSI GeForce GTX 1070 Armor 8G OC). Letztere wäre vermutlich etwas übertrieben. Alle drei Grafikkarten haben ein gutes Preisleistungsverhältnis und es hängt wie gesagt vom Budget ab, was es werden sollte.

      Viele Grüße, Jibo

      P.S.: Im April kommen nochmal ein paar neue Grafikkarten von AMD raus. Die werden vermutlich nicht viel schneller als die aktuellen, aber generell sollten die Preise dadurch etwas sinken.

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