Selbstbau-PC (Einsteiger)

Der Einsteiger-PC ist ein guter Spielerechner, bei dem die Kosten auf ein Minimum reduziert wurden, ohne dabei die Leistung zu sehr zu senken. Die finanziellen Abstriche merkt man vor allem bei der fehlenden SSD und der Zwei-Kern-CPU, jedoch nicht bei der eigentlichen Spieleleistung.

Mit dem Einsteiger-PC können aktuelle Spiele (z.B. The Witcher 3, GTA V, Star Wars: Battlefront) in der Auflösung 1920×1080 (FullHD) auf mittleren bis hohen Details gespielt werden. Klassische E-Sport-Spiele wie Counter-Strike GO, DOTA oder Overwatch können auch mit vollen Details und hohen Frameraten gespielt werden.

Stand 16.10.2017

Bereich Komponente Name Preis
Hauptkomponenten CPU Intel Pentium G4560, 2x 3,50GHz, boxed 82 €
CPU-Kühler Intel Boxed  –
Mainboard MSI B250M Bazooka 68 €
Grafikkarte Palit GTX 1050 Ti 4GB 145 €
RAM G.Skill 8 GB Kit DDR4-2400 75 €
Aufbau/Versorgung Gehäuse BitFenix Nova 30 €
Netzteil be quiet! Pure Power 10 350 W 44 €
Laufwerke SSD /  –
HDD Seagate BarraCuda 1TB 40 €
opt. Laufwerk LG Electronics GH24NS 10 €
Summe     495 €

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CPU: Für einen günstigen Spiele-PC reicht eine Zwei-Kern-CPU mit Hyper-Threading (+2 virtuelle Kerne) völlig aus. Selbst 2017 benötigen die wenigsten Spiele mehr als 4 Kerne und es kommt weitestgehend auf die Taktgeschwindigkeit der CPU an. Bei einigen sehr rechenintensiven Spielen muss man jedoch bereits Abstriche machen (z.B. Total War: Attila). Bei den Zwei-Kern-CPUs mit Hyper-Threading kommt man aktuell am Pentium G4560 (Test) nicht vorbei. Für knapp 80 € liefert er die Spieleleistung vieler Vier-Kern-CPUs. Der Kauf des nächstgrößeren Pentium G4600, eines Intel i3 oder AMD Ryzen 3 lohnt sich nicht, da die gewonnen Mehrleistung nicht dem Aufpreis entspricht. Wenn man eine größere CPU als den G4560 wählt, sollte man direkt in der Mittelklasse umschauen.

CPU-Kühler: Da der Einsteiger-PC auf Preisoptimierung ausgelegt ist, kommt hier „nur“ der Intel Boxed-Kühler zum Einsatz. Jedoch ist dieser deutlich besser als sein Ruf und hat vor allem mit kleineren CPUs (wie der hier empfohlenen) keine Probleme.

Mainboard: Beim Mainboard hält sich das Einsparpotential in Grenzen. Natürlich kann man auf selten genutzte Dinge verzichten (z.B. Onboard-WLAN, 5GB Ethernet), jedoch wird auch eine gewisse Grundausstattung erwartet. Dazu gehören z.B. 4 RAM-Slots und einige PCIe Steckplätze, so dass man später noch nachrüsten kann. Auch sollte es nicht größer als µ-ATX sein, da beim Einsteiger-PC nur ein kleines Gehäuse verbaut wird. Das MSI B250M Bazooka ist mit eines der günstigsten Kaby-Lake-Mainboards auf dem Markt, jedoch leidet die Leistung keineswegs unter dem Preis. Es bietet alle grundlegenden von uns benötigten Features, hat ein aufgeräumtes und durchdachtes Layout, ausreichend SATA3-Anschlüsse, 7.1 Onboard-Sound, einen M.2-Port und genügend in- und externe USB 3.0-Anschlüsse. Damit ist das Bazooka für den Einsteiger-PC eine gute Wahl.

Grafikkarte: Für den Einsteiger-PC sind die AMD RX 560 4GB und NVIDIA GTX 1050 Ti 4GB von Interesse. Die AMD-Karte ist von der Geschwindigkeit rund 25% langsamer als die GTX 1050 Ti, kostet aber auch ein gutes Stück weniger. Nichtsdestotrotz hat die GTX 1050 Ti das bessere Preisleistungsverhältnis und gleichzeitig einen technologischen Vorsprung, der sich in geringerer Stromaufnahme und Lautstärke zeigt. Somit ist die GTX 1050 Ti die aktuell beste Wahl im Einsteigerbereich. Wer noch etwas Geld sparen will, kann aber auch zur RX 560 greifen.

RAM: Die Auswahl des richtigen Arbeitsspeichers wird durch die äußeren Bedingungen stark vereinfacht. Das vorgeschlagene Mainboard unterstützt nur DDR4, dementsprechend kommt dieser zum Einsatz. Bei der Menge gibt es das beste Preisleistungsverhältnis aktuell bei 8 GB. 16 GB sind zu teuer für den Einsteiger-PC und bringen kaum Mehrleistung, 4 GB hingegen wären in vielen Situationen bereits zu wenig. Bei der Taktrate gibt es weder bei Preis noch Leistung große Unterschiede, 2400 MHz ist eine gute Wahl, da diese Geschwindigkeit vom Mainboard unterstützt wird. Ein beliebiges Kit von einem Markenhersteller (Crucial, Mushkin, G.Skill etc.) erfüllt damit alle unsere Anforderungen. Ein Kühlkörper ist dabei nicht zwangsläufig nötig, da DDR4-RAM nur sehr wenig Abwärme erzeugt.

Gehäuse: Das Nova von BitFenix ist ein ziemlich günstiges Gehäuse, welches trotzdem bei Qualität und Ausstattung punkten kann. Für ca. 30 € erhält man bei diesem Gehäuse einen 120-mm-Lüfter, Staubfilter, zwei USB Frontanschlüsse (3.0 + 2.0) und ein schlichtes, überzeugendes Design. Des Weiteren wird das Netzteil im unteren Gehäusebereich verbaut, was in dieser Preisklasse selten ist. Nur auf eine Lüftersteuerung muss man leider verzichten. Letztendlich ist dieses Gehäuse wirklich günstig aber nicht billig, so dass es perfekt in den Einsteiger-PC passt.

Netzteil: Da der Einsteiger-PC mit kleiner CPU und Grafikkarte äußerst wenig Strom verbraucht, muss man kein überdimensioniertes Netzteil kaufen. Bei den Netzteilen im unteren Leistungsbereich (unter 400 W) gibt es jedoch nur selten Varianten mit ausreichenden Anschlüssen und gleichzeitig guter Effizienz, was die Auswahl schnell einschränkt.  Das be quiet! Pure Power 10 350 W bietet eine Bronze-Effizienz und hat alle in diesem Größenbereich wichtigen Kabel und Sicherheitsstandards an Bord. Auch Lautstärke und Optik des Pure Power können vollends überzeugen, weswegen es ein guter Kandidat für einen kleinen Spiele-PC ist.

HDD: Aufgrund des beschränkten Budgets kommt für den Einsteiger-PC leider keine SSD/HDD-Kombination in Frage. Anstatt dessen wird auf eine performante HDD gesetzt, welche zwar etwas längere Ladezeiten mit sich bringt, dafür aber ein unschlagbares Preisleistungsverhältnis hat. Als guter Kompromiss aus Geschwindigkeit und Kosten hat sich dabei die Seagate BarraCuda 1TB herausgestellt. Falls man nach Alternativen sucht, findet man eine hilfreiche Bestenliste zum Thema bei Chip.

Optisches Laufwerk: Ob man ein optisches Laufwerk kauft oder nicht, ist mittlerweile zur Geschmackssache geworden. Meist wird dieses Laufwerk nur zum Installieren das Betriebssystems genutzt und verstaubt danach kläglich. Durch die Möglichkeit das Betriebssystem via USB-Stick aufzuspielen, sehen viele das optische Laufwerk als komplett sinnfrei an. Jedoch sind auch noch genug optische Datenträger im Umlauf und vielen geht das Installieren mittels DVD leichter von der Hand. Aus diesem Grund und weil es einfach sehr günstig ist, wird im Einsteiger-PC immer noch ein DVD-Laufwerk verbaut. Die Empfehlung bekommt dabei das LG Electronics GH24NS. Die Konkurrenzprodukte stehen diesem jedoch in fast nichts nach.

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10 Gedanken zu “Selbstbau-PC (Einsteiger)

  1. Hallo Jibo, ich habe den Rechner zusammengestöpselt. Da ich sehr selten Computer zusammenstecke, habe ich doch 2,5 h gebraucht. Letztendlich ist es immer die Verkabelung, die so lange dauert. Das Gehäuse, das wir aus dem Selbstbau PC genommen haben, hat mir gut gefallen. Die Kabel für die Lüfter sind schon gut verlegt, alles ist zugänglich und groß genug, nur mit der Arretierung der Festplatte hatte ich etwas Schwierigkeiten, da ich erst herausfinden musste, an welcher Stelle ich welche Schraube eindrehen muss, damit die Festplatte wirklich fest ist. Ich persönlich würde aber immer zu den höher wertigen Gehäusen aus dem Upgrade greifen (war meinem Kumpel aber zu teuer). Der Unterschied in den verbauten Materialien ist deutlich und die Schalldämmung ist mir wichtig. Was ich bei allen bisher verbauten Gehäusen schlecht fand (ich habe bisher 4 unterschiedliche verbaut bei 4 zusammengebauten Computern), dass nirgends beschrieben wird, welche Schraube für welches Bauteil vorgesehen ist. Ich habe viel Zeit verloren, die richtigen Schrauben zu finden. Das Motherboard ist o.k. Vielleicht könnte es noch ein paar USB Anschlüsse mehr haben. Ansonsten macht es einen wertigen Eindruck und war auch leicht einzubauen. Den Boxed Kühler hatte ich zuerst nicht gut auf den Prozessor gesteckt, so dass das Kabel nicht gut zum Stecker reichte. Ich musste alles nochmal abnehmen und um ein Viertel drehen. Das Netzteil fand ich nicht so dolle. Es wirkt etwas flattrig und die CPU Stromzufuhr reicht gerade aus, dass man sie hinten herum verlegen kann. Ich hatte sie zuerst durch das Gehäuse gelegt, weil sie so kurz wirkt, dann kommt sie sich aber mit der GraKa ins Gehege. Der Versuch war schon dumm, aber bei dem letzten Computer, den ich zusammengesteckt hatte, haben wir mit der Grafikeinheit des Chips gearbeitet, so dass ich an die Graka zuerst nicht gedacht hatte. Es war dann eine ziemliche Fummelei, das Kabel anders zu verlegen. Den Brenner habe ich in den unteren Slot gesteckt. Das war keine so gut Idee, weil die Stromversorgung des Motherboards und die des Brenners sich ins Gehege kommen. Da ist das Gehäuse dann doch ca. 1 cm zu kurz. Mit etwas Schieben und Drücken hat es dann doch geklappt. Die Graka macht einen ordentlichen Eindruck. Ich habe sie noch nicht auf Volllast laufen lassen, so dass ich nichts zur Geräuschkulisse sagen kann. Ich habe dann noch die Software aufgespielt. Windows 10, W10-Updates, Cortana abstellen (incl. Hintergrundprozess abstellen), Treiber, Treiberupdate, Triple A + Java, Skype, Firefox und VLC. Incl. UEFI durchschauen hat das auch noch mal ca. 2,5 h gedauert. Ich denke, dass sich hier auch bemerkbar gemacht hat, dass wir keine SSD verbaut haben. In Summe 5 h. Ich denke, wenn man es häufiger macht, dass man dann die Hardware in 1 h zusammengeschraubt hat. Bei der Software ist es etwas anderes. Ich starte nach jeder Treiberinstallation neu. Das kostet Zeit. Als ich dann den Rechner eingeschaltet habe, lief er zu meiner Freude auch. Zur Geräuschkulisse kann ich noch wenig sagen, das er noch nicht unter Last gekommen ist. So war er flüsterleise. Die Lüfter-Steuerung des Gehäuses kennt „aus“, „langsam“ und „schnell“. Bei „schnell“ wird es etwas lauter. „langsam“ ist gut erträglich. „schnell“ müsste man mal ausprobieren, ob es wirklich stört. Kommt sicherlich noch auf die Umgebungsgeräusche und die Größe des Zimmers, in dem der Rechner steht, an. In Summe macht die Konfiguration so sinn. Vielen Dank an Dich, Jibo, dass Du Dir so viel Mühe gibst, Dein Wissen mit uns zu teilen.

    Gruß
    Ulrich

    • Hallo Ulrich,

      vielen Dank für das extrem umfangreiche und gute Feedback! Ich werde deine Erfahrungen auch in die aktuellen Konfigurationen einfließen lassen. Die System-Power-Netzteile sind nicht mehr taufrisch und könnten sicherlich gegen eine andere Sorte mit längeren Kabeln ausgetauscht werden. Das sollte dann den Einbau nochmals einfacher machen.

      Viele Grüße,
      Jibo

  2. Hallo Jibo, ich habe für einen Freund nun die Downgrade Variante bestellt. Wir haben aber das Gehäuse aus dem Selbstbau PC genommen. Ich werde berichten, ob der Computer auch funzt. Gruß
    Ulrich

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