Selbstbau-PC (HighEnd)

Der hier vorgestellte HighEnd-PC ist auf maximale Spieleleistung hin optimiert, bietet aber gleichzeitig auch eine sehr geringe Lautstärke und einen überschaubaren Strombedarf. Darüber hinaus wurden die Komponenten nicht sinnfrei nach dem Prinzip „höher, schneller, weiter“ zusammengestellt, sondern es wurde nur Hardware verbaut, bei welcher der Aufpreis auch durch die gebotene Leistung gerechtfertigt ist.

Mit dem HighEnd-PC können aktuelle Spiele (z.B. The Witcher 3, GTA V, Battlefield 1) in den Auflösungen 1920×1080  (FullHD) und 2560×1440 (WQHD) mit maximalen Details gespielt werden. Viele aktuelle Spiele laufen auch noch in 4K flüssig.

Stand 18.02.2018

Bereich Komponente Name Preis
Hauptkomponenten CPU Intel i5 8400 6×2.8GHz, boxed 174 €
CPU-Kühler EKL Alpenföhn Ben Nevis 22 €
Mainboard MSI Z370 PC Pro 111 €
Grafikkarte Palit GTX 1070 TI 8GB 579 €
RAM G.Skill 16GB DDR4-3000 163 €
Aufbau/Versorgung Gehäuse Fractal Design Define R6 113 €
Netzteil be quiet! Pure Power 10-CM 500W 66 €
Laufwerke SSD Crucial MX300 525 GB 123 €
HDD Seagate BarraCuda 3TB 78 €
opt. Laufwerk LG Electronics GH24NS 10 €
Summe 1445 €

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CPU: Wenn man etwas Besseres als eine solide 4-Kern-CPU sucht, gibt es sowohl von Intel (i5 8400) als auch von AMD (Ryzen 5 1600 oder 1600X) Alternativen im Bereich zwischen 150 und 250 € mit jeweils 6-Kernen. Die AMD-CPUs können dank Hyper-Threading in Anwendungen punkten, während die Intel-CPU mit ihrem hohen Turbotakt in Spielen uneinholbar ist (Vergleich). Der i5 8400 ist aber auch die  teuerste von allen drei Varianten, da aktuell nur teure Z370 Mainboards für diese CPU zur Verfügung stehen. In der Summe bekommt die Intel CPU jedoch trotzdem die Empfehlung, da sie auch deutlich effizienter ist als die AMD Kontrahenten.

CPU-Kühler: Der Boxed-Kühler von Intel kann in einem gut belüfteten Gehäuse durchaus überzeugen. Unter Volllast kommt er jedoch an seine Grenzen, was sich in einer wahrnehmbaren Lautstärke äußert. Um auch bei höheren Belastungen den Geräuschpegel gering zu halten, empfiehlt sich ein einfacher Tower-Kühler als Zusatzkauf. Der EKL Alpenföhn Ben Nevis ist dabei unsere erste Wahl, da er bei einem sehr guten Preis ebenso eine gute Kühlleistung bietet (Test 1, 2). Der Kühler hat einen leisen 120-mm-Lüfter, ist leicht zu installieren und kann sowohl für Intel- als auch für AMD-CPUs genutzt werden. Dadurch kann der Kühler auch weiterverwendet werden, wenn das System später umgerüstet wird.

Mainboard: Für die neuen Coffee-Lake Prozessoren von Intel gibt es aktuell nur den Z370 Chipsatz, wodurch sich die Auswahl beim Mainboardkauf beträchtlich vereinfacht. Das hier empfohlene MSI Z370 PC Pro bietet neben USB 3.1 einen vernünftigen Onboardsound und alle weiteren gängigen Anschlüsse. Auch ein LAN-Chip von Intel ist auf dem Board vorhanden, wodurch der kleine Aufpreis im Vergleich zu den günstigeren Z370 Boards gerechtfertigt ist.

Grafikkarte: Im gehobenen Grafikkartenbereich gibt es für Spieler aktuell drei interessante Karten, AMDs RX Vega 56, NVIDIAs GTX 1070 und die GTX 1070 Ti. Alle drei GPUs sind für Spieler grundsätzlich zu empfehlen, jedoch ist die RX Vega 56 aktuell noch zu teuer. GTX 1070 und 1070 Ti gibt es hingegen zu halbwegs vernünftigen Preisen. Aktuell ist die 1070 Ti sogar kaum teurer als die 1070, wobei sie ca. 16 % schneller ist. Aus diesem Grund empfiehlt sich die GTX 1070 Ti für alle Spieler, welche oberhalb der FullHD Auflösung noch volle Details darstellen wollen.

RAM: Wenn man aktuell einen PC zusammenbaut und noch ein wenig Geld übrig hat, kann man anstatt 8 GB auch 16 GB RAM kaufen. Der Leistungsunterschied ist aktuell marginal, jedoch kommen immer mehr Spiele auf den Markt, welche 16 GB RAM für maximale Details empfehlen. Generell muss man darauf achten, dass nicht alle DDR4-Kits mit AMD Ryzen kompatibel sind. Bei Intel-Modellen muss man jedoch keine Limitierungen beachten. Ein gutes Preisleistungsverhältnis hat z.B. das hier empfohlene DDR4-3000 Kit.

Gehäuse: Beim Gehäuse sind theoretisch nach oben keine Grenzen gesetzt. Jedoch gibt es hier, ähnlich wie bei den Grafikkarten, ab einem gewissen Preis kaum noch einen sichtbaren Leistungsgewinn. Ein Gehäuse, welches konstant gute Testergebnisse einheimst, ist das Fractal Design Define R6 (Test). Die Define-Reihe von Fractal steht jeher für einen guten Kompromiss aus Preis und Leistung bei gleichzeitig schlichter Optik. Das R6 besitzt eine überzeugende Schalldämmung, eine sehr gute Belüftung (drei 140-mm-Lüfter vorinstalliert) inklusive Staubfiltern, eine Lüftersteuerung und ein hervorragendes Kabelmanagement. Alles in allem erhält man mit dem R6 eines der besten Gehäuse auf dem Markt und das für einen immer noch vernünftigen Preis.

Eine günstige und schallgedämmte Alternative zum Define gibt es z.B. von be quiet! in Form des Silent Base 600.

Netzteil: Bei der Auswahl des Netzteils ist die Wahl der Leistungsklasse ein entscheidender Punkt. Für einen Gaming-PC mit einer aktuellen HighEnd-Grafikkarte reicht ein 500-W-Netzteil im Normalfall aus („So viel Leistung muss es sein„). Ein überdimensioniertes Netzteil ist in vielerlei Hinsicht schädlich: einerseits ist es teurer, andererseits arbeitet es auch ineffizienter, da es nicht im optimalen Lastbereich agiert. Die meisten Netzteile arbeiten am besten bei 80% Auslastung. Aus diesem Grund kauft man im Normalfall ein Netzteil, welches dem maximalen Verbrauch des PCs standhält, dabei aber keine übergroßen Reserven besitzt. Reserven „für die Zukunft“ muss man beim Netzteilkauf auch nicht einplanen, da seit Längerem sowohl CPUs als auch GPUs immer stromsparender werden.

Das hier empfohlene be quiet! Pure Power 10-CM 500W bietet ein Effizienz-Zertifikat 80 Plus Silber und eine tadellose Ausstattung. Selbst ein modulares Kabelmanagement ist vorhanden. Die Lautstärke ist im Grunde unhörbar und somit erhält man für knapp 70 € ein nahezu perfektes Netzteil (Test)! Eine Alternative wäre das Corsair Vengeance 550M.

SSD: Wem die rund 250 GB aus dem Mittelklasse-PC noch nicht genug sind, dem kann geholfen werden. Von Crucial, Samsung, Plextor und SanDisk gibt es die jeweiligen SSDs auch im 500-GB-Bereich. Durch die größere Kapazität ergibt sich meist auch ein ordentlicher Leistungszuwachs. Wenn man also am liebsten alle seine Spiele/Programme auf der SSD unterbringen will, ist man mit der größeren Variante gut bedient. Die Crucial MX 300 525 GB bietet in diesem Größenbereich gerade die meiste Leistung fürs Geld.

HDD: Wenn man sich eine Festplatte mit hohem Datenvolumen anschaffen will, gibt es eine Menge gleichwertige Alternativen. Eine sehr gute Wahl ist dabei die Seagate BarraCuda 3 TB, welche eine sehr gute Geschwindigkeit mit einem vernünftigen Preis kombiniert. Wenn man noch mehr Speicherplatz benötigt oder einen anderen Hersteller bevorzugt, hilft die Bestenliste bei Chip.

Optisches Laufwerk: Ob man ein optisches Laufwerk kauft oder nicht, ist mittlerweile zur Geschmackssache geworden. Meist wird dieses Laufwerk nur zum Installieren das Betriebssystems genutzt und verstaubt danach kläglich. Durch die Möglichkeit das Betriebssystem via USB-Stick aufzuspielen, sehen viele das optische Laufwerk als komplett sinnfrei an. Jedoch sind auch noch genug optische Datenträger im Umlauf und vielen geht das Installieren mittels DVD leichter von der Hand. Aus diesem Grund und weil es einfach sehr günstig ist, wird im HighEnd-PC immer noch ein DVD-Laufwerk verbaut. Die Empfehlung bekommt dabei das LG Electronics GH24NS. Die Konkurrenzprodukte stehen diesem jedoch in fast nichts nach.

Zubehör: Der Einkaufsliste bei wurde noch ein SATA-Kabel hinzugefügt, da dem Mainboard im Normalfall nur zwei Kabel beiliegen, jedoch drei Laufwerke (DVD, HDD, SSD) anzuschließen sind. Darüber hinaus findet sich auch die Arctic Cooling MX-2 Wärmeleitpaste als Ergänzung auf der Liste. Sie ist günstig und stellt trotzdem ein gutes Upgrade zu der bereits mitgelieferten Wärmeleitpaste dar, welches die CPU-Temperaturen weiter senkt.

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24 Gedanken zu „Selbstbau-PC (HighEnd)

  1. Danke dir … bisher habe ich immer nur auf irgendwelche nackten Zahlen geschaut. Kühler & Lärm sind ja doch recht essentiell. Muss man erstmal drauf kommen. Danke nochmal & Liebe Grüße

  2. Hey Jibo,
    immer wieder gut deine Seite!! Danke!
    Eine Frage: Wie wählt man am besten den Grafikkarten-Hersteller aus? Nur nach Preis ist es ja nicht. Zumal die Hersteller ja teilweise noch mehrere Varianten haben.
    Die von dir gelistete Palit ist zumindest nicht die günstigste aktuell.

    Neben technischen Unterschieden, geht es auch um „empfehlenswerte Marke“. Ein Kollege hatte sich kürzlich die RX480 von Asus geholt und hat nur Ärger damit, irgendwie Support/Reparatur von Asus zu bekommen. Also Asus möchte ich jetzt aktuell nicht nehmen.

    Oder magst du konkret eine RX580 und GTX 1060 empfehlen? Ich würde gerne mal sehen, wie die preislich im Vergleich zur 1070 liegen. Aber die Masse an Angebot erschlägt mich in meiner Ahnungslosigkeit.

    Gruß

    • Hi,

      also meine Strategie ist immer nach guten Vergleichstest zu suchen, wenn ich mich auf einen Chip festgelegt habe. Bei der RX480 hab ich zum Beispiel selbst die MSI Gaming gekauft, weil sie einen guten Mittelwert aus Preis/Leistung und Lautstärke bietet. Bei GTX 1060 und RX 580 muss die Version von MSI keineswegs genau so gut sein, da immer sowohl der Kühler als auch die Einstellungen variiert werden. Also ich würde immer vorm Kauf nochmal nach einem „Round-Up“ suchen.

      Was die Palit angeht, ist sie zwar nicht die günstigste GTX 1060 im Allgemeinen, aber eine der günstigsten im Vollausbau. Fast alle die noch weniger Kosten haben entweder nur einen Lüfter oder einen sehr kleinen Kühler. Die Palit ist daher ein guter Kompromiss.

      Viele Grüße,
      Jibo

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