Selbstbau-PC (HighEnd)

Der hier vorgestellte HighEnd-PC ist auf maximale Spieleleistung hin optimiert, bietet aber gleichzeitig auch eine sehr geringe Lautstärke und einen überschaubaren Strombedarf. Darüber hinaus wurden die Komponenten nicht sinnfrei nach dem Prinzip „höher, schneller, weiter“ zusammengestellt, sondern es wurde nur Hardware verbaut, bei welcher der Aufpreis auch durch die gebotene Leistung gerechtfertigt ist.

Mit dem HighEnd-PC können aktuelle Spiele (z.B. The Witcher 3, GTA V, Battlefield 1) in den Auflösungen 1920×1080  (FullHD) und 2560×1440 (WQHD) mit maximalen Details gespielt werden. Viele aktuelle Spiele laufen auch noch 4K flüssig.

Stand 16.10.2017

Bereich Komponente Name Preis
Hauptkomponenten CPU AMD Ryzen 5 1600 3.2GHz, boxed 199 €
CPU-Kühler Thermalright Macho Direct 38 €
Mainboard Gigabyte GA-AB350-Gaming 3 103 €
Grafikkarte Gigabyte GTX 1070 8GB 428 €
RAM G.Skill Fortis 16GB DDR4-2400 162 €
Aufbau/Versorgung Gehäuse Fractal Design Define R5 99 €
Netzteil be quiet! Pure Power 10-CM 500W 66 €
Laufwerke SSD Crucial MX300 525 GB 140 €
HDD Seagate BarraCuda 3TB 80 €
opt. Laufwerk LG Electronics GH24NS 10 €
Summe 1330 €

Direktlink zur Einkaufsliste beim Vergleichsportal Geizhals.at/de.

CPU: Wenn man etwas Besseres als eine solide Vier-Kern-CPU sucht, gibt es sowohl von Intel (i5 7600K oder i7 7700) als auch von AMD (Ryzen 5 1600 oder 1600X) Alternativen im Bereich zwischen 200 und 300 €. Auch wenn die Intel-CPUs grundsätzlich in Spielen etwas besser abschneiden, kann AMD durch seine 6-Kerne wieder Boden gut machen (Vergleich). Vor allem der Ryzen 5 1600 mit seinem günstigen Preis und dem freien Multiplikator ist dabei ein Empfehlung für jeden, der das Übertakten nicht scheut. Darüber hinaus werden aktuelle Spiele auch immer mehr auf AMD-Prozessoren bzw. auf Multi-Core-CPUs optimiert, was den Ryzen 5 in Zukunft weiter gegen Intel helfen könnte.

Wenn man nicht Übertakten will, sollte man über den Kauf des Ryzen 5 1600X mit höherem Standardtakt nachdenken.

CPU-Kühler: Der Boxed-Kühler von AMD ist bereits ziemlich gut, kommt mit seinem Top-Blower Aufbau aber irgendwann an seine Grenzen, vor allem wenn es ans Übertakten geht. Da unser HighEnd-System aber auf Übertakten ausgelegt ist, kommt mit dem Thermalright Macho Direkt ein deutlich größerer Kühler zum Einsatz (Test). Der Kühler bietet einen leisen 140-mm-Lüfter und kann sowohl für Intel- als auch für AMD-CPUs genutzt werden. Dadurch kann der Kühler auch weiterverwendet werden, wenn das System später umgerüstet wird. Die Kühlleistung ist sehr gut und muss sich nicht hinter den Top-Modellen verstecken.

Mainboard: Bei den AMD Mainboards (AM4 Sockel) hat man die Auswahl zwischen drei Chipsätzen: A320, B350 und X370. Das beste Preisleistungsverhältnis hat dabei der B350 Chipsatz, da hier alle wichtigen Anschlüssen vorhanden sind und Übertakten möglich ist. Das Gigabyte GA-AB350-Gaming 3 ist ein solides B350 Mainboard, welches bei der Ausstattung den Fokus auf Spieler legt. Es bietet zwei USB 3.1 und viele USB 3.0 Anschlüsse, besseren Sound als andere B350 Boards und ausreichend PCIe und SATA-Ports. Der Aufpreis ist vergleichsweise gering, weswegen das Gigabyte eine sinnvolle Wahl darstellt ohne das Budget zu sprengen.

Grafikkarte: Im gehobenen Grafikkartenbereich gibt es für Spieler aktuell drei interessante Karten, AMDs RX 580 8GB, NVIDIAs GTX 1060 6GB und die GTX 1070 8GB. Alle drei GPUs sind für Spieler zu empfehlen und bieten viel Leistung für’s Geld. RX 580 und GTX 1060 bieten jedoch nicht genug Rohleistung, um bei Auflösungen höher als FullHD noch alle Details darzustellen. Aus diesem Grund empfiehlt sich für ambitionierte Spieler mit einem hochauflösenden Monitor die GTX 1070 8GB. Für alle, die nur einen FullHD-Monitor besitzen und nicht zeitnah planen aufzurüsten, reicht auch eine der beiden anderen Karten vollkommen aus.

RAM: Wenn man aktuell einen PC zusammenbaut und noch ein wenig Geld übrig hat, kann man anstatt 8 GB auch 16 GB RAM kaufen. Der Leistungsunterschied ist aktuell marginal, jedoch kommen immer mehr Spiele auf den Markt, welche 16 GB RAM für maximale Details empfehlen. Generell muss man darauf achten, dass nicht alle DDR4-Kits mit AMD Ryzen kompatibel sind. Eine Liste der nutzbaren Kits kann bei AMD abgerufen werden (PDF). Den besten Preis erhält man aktuell bei Dual-Rank Kits mit 2400 MHz (Test).

Gehäuse: Beim Gehäuse sind theoretisch nach oben keine Grenzen gesetzt. Jedoch gibt es hier, ähnlich wie bei den Grafikkarten, ab einem gewissen Preis kaum noch einen sichtbaren Leistungsgewinn. Ein Gehäuse was im Moment aus der Masse heraussticht, ist das Fractal Design Define R5 (Test). Bereits das Define R4 war ein absolut gelungenes Gehäuse, welches unter den gedämmten Varianten lange Zeit die Preis-Leistungs-Krone besaß. Beim R5 hat Fractal Design nun ein wenig nachgebessert. Dass R5 besitzt eine überzeugende Schalldämmung, eine sehr gute Belüftung inklusive Filtern und Lüftersteuerung, ein gutes Kabelmanagement und sieht nebenbei auch ziemlich schick aus. Alles in allem erhält man mit dem R5 eines der besten Gehäuse auf dem Markt und das für einen immer noch vernünftigen Preis.

Falls man mehr Wert auf (Kühl-)Leistung legt als auf Lautstärke, dann bekommt das Define R5 Konkurrenz aus eigenem Hause. Das Fractal Design Arc Midi 2 (Test 1, 2) ist dem Define R5 vom Grundaufbau sehr ähnlich, kommt jedoch ohne Geräuschdämmung daher. Im Ausgleich wurde ein zusätzlicher Lüfter und ein Seitefenster installiert. Die Kühlleistung ist durch den verbesserten Luftstrom deutlich gesteigert. Darüber hinaus ist das Arc Midi 2 auch noch etwas billiger, was es zu einer echten Alternative macht. Eine weitere günstige und schallgedämmte Alternative zum Define R5 ist das be quiet! Silent Base 600.

Netzteil: Bei der Auswahl des Netzteils ist die Wahl der Leistungsklasse ein entscheidender Punkt. Für einen Gaming-PC mit einer aktuellen HighEnd-Grafikkarte reicht ein 500-W-Netzteil im Normalfall aus („So viel Leistung muss es sein„). Ein überdimensioniertes Netzteil ist in vielerlei Hinsicht schädlich: einerseits ist es teurer, andererseits arbeitet es auch ineffizienter, da es nicht im optimalen Lastbereich agiert. Die meisten Netzteile arbeiten am besten bei 80% Auslastung. Aus diesem Grund kauft man im Normalfall ein Netzteil, welches dem maximalen Verbrauch des PCs standhält, dabei aber keine übergroßen Reserven besitzt. Reserven „für die Zukunft“ muss man beim Netzteilkauf auch nicht einplanen, da seit Längerem sowohl CPUs als auch GPUs immer stromsparender werden.

Das hier empfohlene be quiet! Pure Power 10-CM 500W bietet ein Effizienz-Zertifikat 80 Plus Silber und eine tadellose Ausstattung. Selbst ein modulares Kabelmanagement ist vorhanden. Die Lautstärke ist im Grunde unhörbar und somit erhält man für knapp 70 € ein nahezu perfektes Netzteil (Test)! Eine Alternative wäre das Corsair Vengeance 550M.

SSD: Wem die rund 250 GB aus dem Mittelklasse-PC noch nicht genug sind, dem kann geholfen werden. Von Crucial, Samsung, Plextor und SanDisk gibt es die jeweiligen SSDs auch im 500-GB-Bereich. Durch die größere Kapazität ergibt sich meist auch ein ordentlicher Leistungszuwachs. Wenn man also am liebsten alle seine Spiele/Programme auf der SSD unterbringen will, ist man mit der größeren Variante gut bedient. Die Crucial MX 300 525 GB bietet in diesem Größenbereich gerade die meiste Leistung fürs Geld.

HDD: Wenn man sich eine Festplatte mit hohem Datenvolumen anschaffen will, gibt es eine Menge gleichwertige Alternativen. Eine sehr gute Wahl ist dabei die Seagate BarraCuda 3 TB, welche eine sehr gute Geschwindigkeit mit einem vernünftigen Preis kombiniert. Wenn man noch mehr Speicherplatz benötigt oder einen anderen Hersteller bevorzugt, hilft die Bestenliste bei Chip.

Optisches Laufwerk: Ob man ein optisches Laufwerk kauft oder nicht, ist mittlerweile zur Geschmackssache geworden. Meist wird dieses Laufwerk nur zum Installieren das Betriebssystems genutzt und verstaubt danach kläglich. Durch die Möglichkeit das Betriebssystem via USB-Stick aufzuspielen, sehen viele das optische Laufwerk als komplett sinnfrei an. Jedoch sind auch noch genug optische Datenträger im Umlauf und vielen geht das Installieren mittels DVD leichter von der Hand. Aus diesem Grund und weil es einfach sehr günstig ist, wird im HighEnd-PC immer noch ein DVD-Laufwerk verbaut. Die Empfehlung bekommt dabei das LG Electronics GH24NS. Die Konkurrenzprodukte stehen diesem jedoch in fast nichts nach.

Zubehör: Der Einkaufsliste bei wurde noch ein SATA-Kabel hinzugefügt, da dem Mainboard im Normalfall nur zwei Kabel beiliegen, jedoch drei Laufwerke (DVD, HDD, SSD) anzuschließen sind. Darüber hinaus findet sich auch die Arctic Cooling MX-2 Wärmeleitpaste als Ergänzung auf der Liste. Sie ist günstig und stellt trotzdem ein gutes Upgrade zu der bereits mitgelieferten Wärmeleitpaste dar, welches die CPU-Temperaturen weiter senkt.

Advertisements

24 Gedanken zu “Selbstbau-PC (HighEnd)

  1. Danke dir … bisher habe ich immer nur auf irgendwelche nackten Zahlen geschaut. Kühler & Lärm sind ja doch recht essentiell. Muss man erstmal drauf kommen. Danke nochmal & Liebe Grüße

  2. Hey Jibo,
    immer wieder gut deine Seite!! Danke!
    Eine Frage: Wie wählt man am besten den Grafikkarten-Hersteller aus? Nur nach Preis ist es ja nicht. Zumal die Hersteller ja teilweise noch mehrere Varianten haben.
    Die von dir gelistete Palit ist zumindest nicht die günstigste aktuell.

    Neben technischen Unterschieden, geht es auch um „empfehlenswerte Marke“. Ein Kollege hatte sich kürzlich die RX480 von Asus geholt und hat nur Ärger damit, irgendwie Support/Reparatur von Asus zu bekommen. Also Asus möchte ich jetzt aktuell nicht nehmen.

    Oder magst du konkret eine RX580 und GTX 1060 empfehlen? Ich würde gerne mal sehen, wie die preislich im Vergleich zur 1070 liegen. Aber die Masse an Angebot erschlägt mich in meiner Ahnungslosigkeit.

    Gruß

    • Hi,

      also meine Strategie ist immer nach guten Vergleichstest zu suchen, wenn ich mich auf einen Chip festgelegt habe. Bei der RX480 hab ich zum Beispiel selbst die MSI Gaming gekauft, weil sie einen guten Mittelwert aus Preis/Leistung und Lautstärke bietet. Bei GTX 1060 und RX 580 muss die Version von MSI keineswegs genau so gut sein, da immer sowohl der Kühler als auch die Einstellungen variiert werden. Also ich würde immer vorm Kauf nochmal nach einem „Round-Up“ suchen.

      Was die Palit angeht, ist sie zwar nicht die günstigste GTX 1060 im Allgemeinen, aber eine der günstigsten im Vollausbau. Fast alle die noch weniger Kosten haben entweder nur einen Lüfter oder einen sehr kleinen Kühler. Die Palit ist daher ein guter Kompromiss.

      Viele Grüße,
      Jibo

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s